von Silke Lemhöfer

Das A und O, um Ängste vor dem ersten Besuch in der Zahnarztpraxis gar nicht erst aufkommen zu lassen, ist, das Thema Zahnarzt möglichst unbefangen und frühzeitig anzugehen. Nehmen Sie Ihr Kind daher so früh wie möglich mit, wenn Sie selbst zu einer Kontrolluntersuchung gehen. Dann kann es schon mal „Probesitzen“ und die Praxisräume kennen lernen. Ganz spielerisch und unbefangen.

Hier finden Sie den Text als PDF.

Steht dann der erste eigene Termin an, ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind gut darauf vorbereiten. Gehen Sie auch dabei spielerisch vor:

  • Lassen Sie sich von Ihrem Kind in den Mund gucken.
  • Halten Sie Ihrem Kind einen Spiegel vor, damit es die eigenen Zähne gründlich „untersuchen“ kann.
  • Auch Bilderbücher zum Thema Zahnarzt eignen sich zur Einstimmung
  • Erzählen Sie Ihrem Kind, wie der Besuch ablaufen wird, auch wenn es noch nicht alles versteht.
  • Achten Sie auf positive Formulierungen,z.B.: „Es wird etwas kitzeln.“ oder „Deine Zähne bekommen eine tolle Dusche und etwas Eis, wie im Sommer.“
  • Vermeiden Sie Aussagen wie „Das tut nicht weh“, „Du wirst keine Schmerzen haben“ oder „Du brauchst keine Angst zu haben“, denn hier hört Ihr Kind in erster Linie „weh“, „Schmerz“ und „Angst“.
  • Wenn Sie selbst Angst vor dem Zahnarzt haben, sollten Sie Ihr Kind besser nicht dorthin begleiten. Bitten Sie stattdessen lieber Ihren Partner, die Oma oder den Opa, diesen Gang für Sie zu übernehmen.

Wann sollte Ihr Kind zum ersten Mal zum Zahnarzt gehen?

Kinderärzte raten, mit dem Kind ab dem dritten Lebensjahr regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen. Leider haben ungefähr 15 % der Kleinkinder in Deutschland zu diesem Zeitpunkt bereits Karies.
Kinderzahnärzte empfehlen daher den ersten Zahnarztbesuch schon ab dem ersten Zahn, spätestens zum ersten Geburtstag. So lernt das Kind die Praxis und die Abläufe kennen, ohne gleich schlechte Erfahrungen zu machen

Oder gehen Sie zu einem Kinderzahnarzt

Inzwischen wissen auch Zahnärzte, wie wichtig es ist, Kindern einen angstfreien Zugang zu ihrer Behandlung zu ermöglichen. Da dies in herkömmlichen Zahnarztpraxen oft nicht oder nicht ausreichend möglich ist, gibt es in immer mehr Städten spezialisierte Kinder-Zahnarztpraxen. Damit Angst vor dem Zahnarzt gar nicht erst entsteht oder abgebaut wird, wird hier einfühlsam und kindgerecht auf die kleinen Patienten eingegangen. In fröhlicher und entspannter Atmosphäre sowie mit speziellen, ganz auf Kinder zugeschnittenen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden soll hier auch der Zahnarztbesuch Spaß machen.

Quelle: Elternwissen Kompakt, Ausgabe vom 24.04.2019