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“Aber Mama hat gesagt, ich darf…!”

Kommt Dir das bekannt vor?

Würdest Du gerne wissen wie Du solche Situationen vermeidest und mit Deiner Frau oder Partnerin eine geschlossene Elternfront bildest? OK, das mit der Front mag etwas zu hart klingen. Damit Euer Familienleben harmonisch läuft und es eine klare Linie bei der Kindererziehung gibt, dürft Ihr darauf achten eng zusammenzuarbeiten.

Ihr müsst ein Team sein. Kindererziehung ist im Team viel einfacher

Ein Paar, egal ob sie Eltern sind oder noch nicht, ist die kleinste Teameinheit. Hier muss man sich aufeinander verlassen können und sich gegenseitig vertrauen. Wenn Ihr als Paar dann Kinder bekommt und Euch gemeinsam der größten Aufgabe Eures Lebens stellt – diese Kinder großzuziehen – wird dieser Teamzusammenhalt noch wichtiger.

Weil „Ihr“ mehr schafft

”Vier Augen sehen mehr als zwei”

“Gemeinsam sind wir stark”

Ich könnte jetzt noch zig Floskeln, die Teamwork anpreisen, zitieren. Doch diese Floskeln sind nicht nur Redensarten und das kann ich sogar mathematisch beweisen.
Beispiel:

Ein Pferd kann 300 kg ziehen. Wenn ich ein zweites Pferd hinzufüge, wie viel glaubst Du kann dieses Gespann dann ziehen? 600 kg? Knapp – ein Gespann aus zwei Pferden zieht 900 kg! Und genauso verhält es sich beim Teamwork. Wenn Ihr Eure Kräfte bündelt, schafft Ihr mehr. Weil Kinder klare Strukturen und Grenzen brauchen

Kinder brauchen von Anfang an Orientierung in ihrem Leben. Und dafür bist Du, seid Ihr, zuständig.

Sie müssen wissen wo es lang geht und wo die Grenzen sind. Diese Strukturen zu schaffen und konsequent einzufordern ist wohl die schwierigere und unangenehmere Aufgabe des Elternseins. Wahrscheinlich aber die wichtigste. Hier bist Du als Vater gefordert, hier seid Ihr aber auch als Elternteam gefordert. Wenn Ihr über die Strukturen und Grenzen uneinig seid und unterschiedliche Meinungen gegenüber den Kindern vertretet, sorgt Ihr für Unsicherheit. Die Kinder wissen nicht mehr woran sie sind und spielen die Eltern gegeneinander aus. Schnell verliert Ihr den Respekt der Kinder und werdet nicht mehr ernst genommen.

Wie werden „wir“ ein starkes Elternteam?

Die Grundlagen für jedes gute Team ist ein gemeinsames Ziel vor Augen zu haben, das gemeinsam verfolgt wird.Jetzt ist das natürlich super einfach geschrieben oder gesagt – doch was ist eigentlich das Ziel von Eltern?All das sind sicher gute Absichten, doch als Ziele, die Dich anleiten können zu global-galaktisch und zu ungenau.

Was ist eigentlich das Ziel von Eltern?

Wie „Ihr“ ein gemeinsames Elternziel festlegt

Ziele sind immer etwas tolles wenn Du sie hast. Ziele festzulegen kann, wie Du vielleicht schon weißt, komplex sein. Eines haben alle Ziele gemeinsam – sie sind individuell. Das heißt dass meine Elternziele vielleicht ganz andere sind als Deine. Daher macht es keinen Sinn wenn ich Dir hier jetzt eine Liste mit prima Zielen hinschreibe. Es ist wichtig das Du, das Ihr, Eure eigenen Ziele definiert. Um Dir dabei eine Hilfestellung zu geben, habe ich Dir hier eine Liste mit Fragen erstellt, die Ihr Euch stellen und für Euch klären könnt, um Euch über Eure Elternziele klar zu werden:

Was sind die Grundwerte in Eurer Familie?

Legt Ihr mehr Wert auf Zielstrebigkeit, Ordnung, Fleiß oder sind Euch Werte wie Ehrlichkeit, Offenheit, Hilfsbereitschaft wichtiger?

Welcher Typ Eltern wollt Ihr sein?

Auch wenn ich kein Freund von Schubladen bin, kann es zur Orientierung hilfreich sein, sich in gewissen Schubladen umzuschauen. Mehr zu den verschiedenen Elterntypen kannst Du hier nachlesen. Welchen Erziehungsstil wollt Ihr praktizieren? Die Frage hängt stark mit der vorherigen Frage zusammen. Durch die Art der Eltern, die ihr sein wollt, ergibt sich häufig auch der Stil Eurer Erziehung. In Alltagssituationen kann es aber sehr hilfreich sein zu wissen, auf welchen Stil Ihr Euch verständigt habt um auch ohne Absprachen zu entscheiden. Wer übernimmt welche Rolle in der Familie? Eine Frage über die sich viel zu wenig Paare wirklich unterhalten. Oftmals passiert es einfach so. Leider sind so Mißverständnisse und Streit in der Beziehung vorprogrammiert. Besprecht und klärt also für Euch, wer was in der Familie macht. Wer verdient das Geld, wer übernimmt welche Aufgaben im Haushalt, wer macht was mit den den Kindern, … Wer übernimmt welche Rolle in der Erziehung? Auch bei der Frage der Erziehung dürft Ihr Euch darüber unterhalten wer welche Rolle einnimmt. Gibt es zum Beispiel Dinge, die Deine Frau besser kann als Du oder anders herum? Gibt es zeitliche Engpässe bei gewissen Erziehungsthemen, so dass diese Themen hauptsächlich von einem von Euch aufgegriffen werden können. Sich über diese Fragen Gedanken zu machen hilft die Aufgaben in Eurem Elternteam zu klären und entsprechend zu verteilen. Ihr schafft somit einen Bauplan für Eure Familie.

Das Schöne an diesem Bauplan ist, dass Ihr gemeinsam daran arbeiten könnt ohne bei jedem Detail zu diskutieren wie man dies oder jenes am besten macht oder entscheidet.Auf einer Baustelle erlebst Du auch nicht, dass der Maurer bei jedem Stein, den er mauert den Architekten anruft ob das wohl so besser wäre oder eher anders…

Und jetzt?

„Wir Eltern“ zu sagen ist leicht. Eine geschlossene Elternfront zu bilden ist es nicht. Doch es ist sowohl für Dich und Deine Frau wichtig, als auch für Deine Kinder. Es klärt viele Fragen von vorne herein, schafft Orientierung für Euch als Familie und verhindert Mißverständnisse und Streit.

Ich würde mich freuen wenn Du heute Abend mit Deiner Partnerin über Eure Elternziele diskutierst.

Quelle: https://www.papa-online.com/wir-eltern/